Was bestimmt den Preis meiner Fassade?
Den Preis bestimmen vor allem die Wandfläche, die Dämmstärke und die Zahl der Details am Haus: Fenster, Sockel, Dachüberstand und Anbauteile. Fläche und Stärke geben Sie im Rechner ein, die Details zeigen sich erst am Haus.
Ein Angebot für ein verputztes Holzfaser-WDVS besteht in der Regel aus den Positionen in der Tabelle. WDVS steht für Wärmedämm-Verbundsystem: Dämmplatten, Armierung und Putz bilden gemeinsam eine Schicht auf der Außenwand.
| Position | Was dahintersteckt | Warum sie bei Ihnen abweichen kann |
|---|---|---|
| Dämmplatten und Befestigung | Holzfaser-Putzträgerplatten, verklebt und je nach Untergrund gedübelt | Dämmstärke und Zustand der Wand |
| Armierung und Putz | Unterputz mit Gewebe, Oberputz, Farbton | Putzart und Oberfläche |
| Gerüst | Auf- und Abbau, Standzeit | Haushöhe, Zugang, Trocknungszeiten |
| Untergrund vorbereiten | Altputz prüfen, Risse und Hohlstellen ausbessern, reinigen | Zustand von Putz und Mauerwerk |
| Fensterbänke und Laibungen | Neue, tiefere Außenfensterbänke; Laibungen (die seitlichen Flächen der Fensteröffnung) werden mitgedämmt | Zahl und Größe der Fenster |
| Sockel | Sockelprofil; im Spritzwasserbereich, etwa 30 cm über dem Gelände, ein feuchteunempfindlicher Dämmstoff | Geländehöhe, Terrasse, Anschlüsse |
| Dachüberstand | Wird er durch die Dämmung zu kurz, kommt eine Verlängerung hinzu | Dachform und Überstand heute |
| Anbauteile | Fallrohre, Lampen, Markisen, Satellitenschüssel abnehmen und mit passenden Halterungen neu montieren | Zahl und Gewicht der Teile |
Gerade die Nebenposten machen bei zwei Angeboten für dasselbe Haus den Unterschied. Welche bei Ihnen anfallen, klären wir bei der Besichtigung. Warum der Bestand so wichtig ist, steht unter Fassadendämmung im Altbau.
Warum ist Holzfaser teurer als Styropor, und was bekomme ich dafür?
Holzfaser kostet im Material meist mehr als Styropor (EPS) und oft auch mehr als Mineralwolle. Am fertigen Haus ist der Unterschied kleiner, denn Gerüst, Putz, Arbeitszeit und Details fallen bei jedem Dämmstoff an.
Dafür bekommen Sie:
- Hitzeschutz im Sommer: Holzfaser speichert Wärme deutlich besser als Mineralwolle und Styropor. Die Hitze erreicht die Räume später, vor allem unter dem Dach.
- Eine Wand, die atmen kann: Holzfaser ist diffusionsoffen, Wasserdampf kann also durch die Dämmung nach außen entweichen. Im Altbau mit Mauerwerk ist das oft das entscheidende Argument.
- Einen nachwachsenden Rohstoff: Das Holz hat CO₂ gebunden, das in der Dämmung gespeichert bleibt. Der Rechner zeigt die Menge für Ihr Haus.
Der Preis dafür sind etwas dickere Platten: Holzfaser dämmt pro Zentimeter geringfügig schlechter, das ist im Preis schon enthalten. Einen sachlichen Vergleich finden Sie unter Holzfaser vs Mineralwolle und Styropor. Wo Holzfaser an Grenzen stößt, steht unter Nachteile der Holzfaserdämmung.
Lohnt sich eine Fassadendämmung?
Meist ja, wenn die Außenwand heute noch ungedämmt ist, und am schnellsten, wenn ohnehin neuer Putz oder ein Gerüst ansteht. Ob es sich bei Ihrem Haus rechnet, zeigt der Rechner: Er stellt Ihrem Eigenanteil nach Zuschuss die Heizkosten-Ersparnis pro Jahr und über 30 Jahre gegenüber und nennt die Amortisation, also die Zeit, bis sich Ihr Eigenanteil eingespielt hat.
Wie viel bringt die Dämmung?
Das hängt vom U-Wert Ihrer Wand ab. Er gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter Wand verloren geht. Je höher er heute ist, desto mehr bringt die Dämmung. Der Rechner geht je nach Wand von diesen Werten aus:
| Wand heute | U-Wert vorher |
|---|---|
| Ungedämmtes Mauerwerk bis etwa 1978 | ca. 1,4 W/(m²K) |
| Mauerwerk etwa 1979 bis 1994 | ca. 0,8 W/(m²K) |
| Holzhaus oder leicht gedämmte Wand | ca. 0,5 W/(m²K) |
Nach der Dämmung liegt die Wand bei etwa 0,2 W/(m²K). Ein Haus aus den 1960er-Jahren spart damit deutlich mehr als eines aus den 1990ern.
Wie rechnet der Rechner?
Kurz zusammengefasst:
- Kosten: Fläche mal Spanne aus der Preistabelle. Das Ergebnis ist deshalb eine Spanne, kein Festpreis.
- Ersparnis: Aus dem Unterschied der U-Werte vor und nach der Dämmung, Ihrer Fläche und der Heizperiode in Ostbayern ergibt sich die eingesparte Wärme. Davon setzt der Rechner 60 bis 90 Prozent an, weil unsanierte Häuser in der Praxis oft weniger verbrauchen, als die Rechnung ergibt.
- Euro: Mit Ihrem Energiepreis und einer Preissteigerung, die Sie selbst einstellen können, wird daraus die Ersparnis in Euro. Bei einer Wärmepumpe spart dieselbe Dämmung weniger Kilowattstunden, dafür teurere.
Ein Beispiel: Bei 100 m² ungedämmter Wand und einer Gasheizung ergibt die Rechnung rund 10.600 Kilowattstunden Heizenergie weniger pro Jahr. Angesetzt werden davon 6.350 bis 9.500. Mit Ihrem Gaspreis wird daraus Ihre Ersparnis, als Orientierung und nicht als Zusage.
Alle Formeln, Annahmen und Quellen stehen direkt unter dem Rechner bei „So rechnet der Rechner“.
Wie schnell rechnet es sich, wenn der Putz ohnehin erneuert werden muss?
Deutlich schneller. Steht ohnehin neuer Putz oder Anstrich an, zählt nicht der volle Preis der Dämmung, sondern nur der Mehraufwand gegenüber der reinen Putzerneuerung.
Der Hintergrund: Bei einer Putzerneuerung fallen Gerüst, Untergrundvorbereitung und neuer Putz an, auch ohne Dämmung. Mit Dämmung kommen die Platten, die Befestigung und die Anschlüsse an Fenster, Sockel und Dachüberstand dazu. Das Gerüst steht nur einmal.
So prüfen Sie es für Ihr Haus: Lassen Sie sich ein Angebot für die reine Putzerneuerung und eines mit Dämmung geben. Der Unterschied ist Ihr Mehraufwand. Teilen Sie ihn durch die jährliche Ersparnis aus dem Rechner, und Sie haben die Amortisation für Ihren Fall. Ein Zuschuss mindert den Betrag zusätzlich.
Steht kein Putz an, tragen allein die Heizkosten die Investition, und die Amortisation dauert länger. Die Dämmung kann sich trotzdem lohnen, denn die Wände werden innen wärmer, und die Räume sind behaglicher.
Wann lohnt es sich eher, wann weniger?
Eher, wenn
- die Außenwand ungedämmt ist, etwa bei Mauerwerk bis etwa 1978,
- Putz oder Anstrich ohnehin fällig sind oder ein Gerüst für Dach oder Fenster steht,
- Sie mit Gas, Öl oder Flüssiggas heizen.
Weniger, wenn
- die Wand schon etwas dämmt, etwa bei Mauerwerk ab etwa 1979 oder einer leicht gedämmten Wand,
- die Fläche sehr klein ist, denn feste Posten wie Gerüst und Anschlüsse fallen dann stärker ins Gewicht,
- Sie mit einer Wärmepumpe heizen, denn dann ist die Ersparnis in Kilowattstunden kleiner.
Wie spare ich Kosten bei der Fassadendämmung?
Am meisten spart, wer die Dämmung mit Arbeiten verbindet, die ohnehin anstehen, und die Förderung mitnimmt. Vier Stellschrauben:
- Arbeiten bündeln: Planen Sie Fassade, Fenster und Dachüberstand in einem Zug, passen die Anschlüsse besser zusammen, und das Gerüst steht nur einmal. Als Schreinerei bieten wir Fenster und Türen ohnehin an.
- Förderung nutzen: Es gibt entweder den BAFA-Zuschuss mit 15 Prozent der förderfähigen Kosten oder den Steuerbonus mit 20 Prozent über drei Jahre. Beides setzt einen U-Wert der gedämmten Wand von höchstens 0,20 W/(m²K) voraus. Der Rechner zeigt beide Beträge, was zu Ihnen passt, erklärt der Förder-Ratgeber.
- Nicht an der Dämmstärke sparen: Eine dünnere Dämmung spart Material, kann aber die Förderung kosten. Bei ungedämmtem Mauerwerk sind meist 180 bis 200 mm nötig. Das genaue Maß hängt von Wand und Produkt ab. Mehr dazu unter Holzfaserdämmung an der Fassade.
- Eigenleistung nur nach Absprache: Vorarbeiten lassen sich im Einzelfall im Angebot berücksichtigen, die Dämmung selbst nicht.
Wie lese ich ein Angebot für die Fassadendämmung?
Vergleichen Sie nicht nur den Endpreis, sondern das, was im Preis steckt. Zwei Angebote sind nur vergleichbar, wenn sie dasselbe beschreiben. Prüfen Sie diese Punkte:
- Dämmstoff, Dämmstärke und der U-Wert, den die Wand danach erreichen soll
- Der Aufbau als zusammenhängendes System aus Platten, Kleber, Armierung und Putz
- Die Bezugsfläche: Gilt der Preis für die Wandfläche mit oder ohne Fensterflächen?
- Gerüst mit Auf- und Abbau sowie Standzeit
- Vorbereitung des Untergrunds, Umgang mit Rissen und Altputz
- Fensterbänke, Laibungen und Sockel
- Abnahme und Wiedermontage von Fallrohren, Lampen, Markisen und Leitungen
- Dachüberstand und Anschluss ans Dach
- Oberputz, Oberfläche und Farbton
- Zeitplan mit Trocknungszeiten und Regelung bei Wetterverzögerung
- Posten, die „nach Aufwand“ extra berechnet werden
Ein günstiger Endpreis, bei dem Posten fehlen, ist oft nur scheinbar günstig. Die Spanne des Rechners ersetzt kein Angebot: Einen verbindlichen Preis nennen wir nach der Besichtigung.
Ihr nächster Schritt
Geben Sie Ihre Fläche im Rechner ein und sehen Sie Ihre Spanne. Für eine Einschätzung an Ihrem Haus senden Sie uns die Anfrage. Wie es danach weitergeht, steht unter Ablauf.
Stand: · Sebastian Lindner, Schreinermeister